Es gab genug Schattenplätze für unser Zelt, welches wir sogleich aufbauten Nach einer Dusche machten wir uns etwas zu Essen.

In der Bar des Campingplatzes besorgten wir den obligatorischen Vino Tinto und einen Salat (immer wieder eine Wohltat während solcher Reisen) und planten die nächsten Etappen. Wir hatten hier ein schweizer-spanisches Pärchen getroffen, die aus der Gegenrichtung kamen und uns Mut für die nächste Etappe machten. Es sollten 20 km werden aber überwiegend auf Forststraßen. Ab und zu fiel unser Blick auf eine Bergspitze, die hinter Tannen zum Vorschein kam. Die verschiedenfarbigen Gesteine sahen aus wie Marmorkuchen. Mit diesem Anblick verabschiedeten wir uns dann auch ins Reich der Träume.

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Etappenübersicht
Nach einer grausamen Nacht im Refugio de Estos standen wir schon um halb sieben völlig gerädert auf. Wir hatten kaum geschlafen da es in dem Schlafsaal direkt unter dem Dach unendlich heiß und stickig war. Völlig zerknautscht gingen wir auf die Aussichtsterrasse um Sauerstoff zu tanken. Das anschließende Frühstück war ebenso sparsam wie das Abendessen. Es gab Zwieback, Madeleines und Mini-Matschcroissants. So schön wir es ja fanden, auf so einer Hütte Gleichgesinnte aus allen Himmelsrichtungen zu treffen, so wenig fanden wir Gefallen an Essen und Schlafen auf der Hütte.

Während nach und nach die anderen Wanderer aufbrachen ließen wir uns Zeit und André versuchte derweil meinen Rucksack notdürftig zu reparieren. Wie schon letztes Jahr auf Kreta begann er, an den Trageriemen auszureißen. Das wäre jetzt fatal. Mit einer Verarztung aus Tapeverband hielt er aber noch ganz gut durch.

Tag 5

Refugio de Estos -

Camping Forcallo

Etappenlänge : 13km
Höhenmeter rauf : 750m
Höhenmeter runter : 1000m

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Der Weg wurde jetzt steiler. Die ersten Sonnenstrahlen erreichten das Tal und vertrieben die morgentliche Kühle. Es war nicht eine einzige Wolke am Himmel. Nach einer Weile Aufstieg trafen wir zum ersten Mal am heutigen Tag die deutsche Wandergruppe wieder, die ihre erste Rast machte. Wir schlossen uns dem an und nutzten mal wieder die Gelegenheit unsere Wasserreserven aufzufüllen. Weiter ging es bis wir vor dem Beginn einer mondähnlichen Geröllwüste noch einmal pausierten. Heute hatten wir irgendwie Gummi in den Beinen. Das lag wohl an dem Superfrühstück. Glücklicherweise hatten wir vom Vortag noch Brot, Käse und Chorizo übrig, die wir nun gierig verspeisten. Bei André stellte sich der Energieschub sehr schnell ein. Ich dagegen hatte noch ziemlich zu kämpfen. Alle hundert Meter musste ich einen kleinen Stopp einlegen. Schließlich kamen wir oben an und folgten dem Weg weiter über den Grat. Dort wo der Abstieg begann trafen wir zum wiederholten aber nicht zum letzten Mal für heute die Deutschen, die Pause machten. Wir gingen indes weiter. Die Vegetation war völlig verändert. Wunderschöne Disteln und kleine leuchtend bunte Blümchen bestimmten das Bild.

Nach etwa einer halben Stunde fiel der Pfad steil ab. Ich musste mein Tempo drastisch drosseln um nicht binnen kürzester Zeit übelste Knieschmerzen zu bekommen. André schlug sich wacker und gab mal wieder die Leitgemse. Als ob sich die Natur bei uns für diese körperliche Marter entschuldigen wollte, hielt sie am Fuße des Abstiegs eine Bachkreuzung für uns bereit. Hier musste man einfach anhalten und Pause machen. Natürlich nutzen wir die Gelegenheit Füße und Knöchel zu kühlen.

Gegen 8 Uhr brachen dann auch wir auf zum Puerto de Gistain. Wie schon öfter schlängelte sich der Pfad erst sachte durch das Tal. Ich war noch so müde, daß ich garnicht bemerkte, daß einige Meter vor mir ein Murmeltier mit auf dem Weg lief. Irgendwann machte André mich darauf aufmerksam, aber dann war dieses scheue Tier natürlich weg. Doch dann sahen wir jede Menge Murmeltiere auf einem Haufen Steine sitzen. Natürlich versuchte ich sofort sie zu fotografieren, wie man oben sieht mit mäßigem Erfolg. Es ist doch eher ein Murmeltier-Suchbild geworden. Diese Viecher waren aber auch schwer zu erwischen. Entweder waren sie zu weit weg oder so schnell verschwunden wie man sie entdeckt hatte.

Der weitere Weg ging nur noch mäßig bergab. Allerdings zog er sich durch die pralle Sonne. Laut Wanderführer sollte man nach einer Stunde das Refugio de Viados erreichen. Es wurden zwei und die Sonne briet einem den Kopf matschig. Der Weg schien mal wieder kein Ende nehmen zu wollen. Auch eine der Deutschen, die zu uns aufgeschlossen hatte, fragte sich, wie weit es wohl noch wäre. Kurz nach dieser Frage sahen wir schon das Refugio. Noch ein paar steilere Meter bergab und wieder bergauf und wir hatten unser Ziel erreicht. Plattfüßig und mit weichgekochter Birne ließen wir uns in den Schatten am Refugio fallen. Wir wurden mit einem malerischen Blick über sanfte Wiesen mit Berghäuschen belohnt.

Ich hatte nun doch berächtliche Knieschmerzen entwickelt. Nach unserer gestrigen Erfahrung einer Hütten-Nacht beschlossen wir jedoch, noch zum 1,5 km entfernten Campingplatz Forcallo weiterzugehen. Ich musste auf dieser kurzen Strecke, die leider ziemlich abwärts ging nocheinmal einen Knie-Erholungs-Stopp einlegen. Schließlich hatten wir uns bis ins Tal durchgekämpft und landeten auf dem kleinen aber feinen Campingplatz Forcallo.